Ein toller Artikel von meiner Schülerin im Sankt Peter Ording Magazin der mich sehr berührt:
Me(e)hr als Leidenschaft
Kiten. Seit Jahren schau ich mir diese bunten Dinger am Himmel mit großen Augen an. Wie elegant und cool zugleich. Was muss das für ein großartiges Gefühl sein, so über das Meer zu gleiten. Meine Angst vor tiefem Wasser, gepaart mit dem hohen Respekt vor hinterlistigen Wellen hat mich bisher davon abgehalten, überhaupt nur darüber nachzudenken, einer Kite-Kurs zu versuchen. An dieser Stelle sei erwähnt, dass ich sehr wohl schwimmen kann.
Ich möchte Euch nun einen Einblick geben, wie es sich anfühlt, sich einen echten Traum zu erfüllen. Dieses enorme Glücks-gefühl, was bisher durch meine jahrelange Angst blockiert wurde, einfach jetzt mit Ü50 zu erfahren! Gedanken an Flucht und Aufgabe hatte ich mehrfach - aber die habe ich irgendwann einfach über Bord geworfen - Im wahrsten Sinne!
Mein Mann - angstfrei, mutig und immer mit Vollgas unterwegs - war auf der Suche nach einem Hobby. Eines, was ihn glücklich macht. So kamen wir durch eine Empfehlung zu Ulf und seiner mobilen Kite-Schule.
Da wurde nicht lange gefackelt. In einem Wahnsinns Tempo hat Ulf ihm das Kiten beigebracht. Dieses glückliche Strahlen, wenn er nach den Stunden auf dem Wasser nach Hause kam, hat mich einfach überzeugt. Zum Zuschauen bin ich einmal mitgefahren und habe Ulf in echt" kennengelernt. Ich hatte sofort das Gefühl, dem Mann kann ich ohne Zweifel mein Leben anvertrauen. Ki-ten gleich Extremsport, also ein durchaus berechtigter Gedankengang.
Gedacht - Getan! Termin mit Ulf! Ich erhielt die Koordinaten für meine ersten Kite-Stun-den. Meine Aufregung hat mich fast aufge-fressen. Ankunft am Spot mit herzlicher Begrüßung bei einem für meinen Geschmack eher stürmischen Lüftchen. Ulf meinte je-doch, das sei genau richtig für uns. Ok, dass sag mal meinem Körper. Voller Aufregung und Nervosität beobachtete ich die ande-ren, also die echten Kiter, versuchte nicht im Weg zu stehen und fühlte mich wie ein Schluck Wasser in der Kurve fühlte.
Ich bekam eine ausführliche Einweisung:
Windtheorie, Material und Sicherheitskon-zept. Es folgten die ersten Versuche mit einem Trainer-Kite an Land. Dann ab in die Klamotten: Neoprenanzug- und Schuhe, Prallschutzweste, Trapez und Helm mit integrierter Funkverbindung zu Ulf und rein ins Wasser. Das a Land erlernte sollte im Wasser umgesetzt werden. Wind, Wellen Strömung und den Kite am Körper - zugegeben , ich bräuchte ein wenig. Einige Male wurde ich durchs Wasser ge-zogen, bis es funktioniert hat. Es hat so unglaublich Spaß gemacht. Erste Erkenntnis:
Keine Kraft, sondern Gefühl macht es aus, den Kite zu lenken.
Ich fühlte mich 10 Meter groß und bären-stark. Total kaputt, eigentlich körperlich am Ende saß ich im Auto nach Hause, fühlte mich großartig und war glücklich.
Es folgten viele weitere Einheiten. Mal auf Eiderstedt, mal an der Flensburger Förde und auch mal in Dänemark. Je nach Wind und Tide - Ulf hat die Termine und die Spots so ausgesucht, dass es für mich und mein Level passte.
Kitekontrolle und Bodydrag - check. Dann kam der Wasserstart. Anfangs ein echter Endgegner, bis es auf einmal klappte. So ging es von Termin zu Termin schrittweise weiter, bis ich die ersten Meter richtig gefahren bin. Haltungsnoten wurden vorerst nicht vergeben. Die Tatsache sich auf dem Wasser, auf dem Brett zu befinden, zählte.
Es folgten weitere Stunden. Vollgepackt mit Lachen, Anstrengung, Freude, Stolz und Muskelkater. Das Gefühl auf dem Wasser zu fahren, den Wind und das Wasser zu spüren, die Weite zu sehen und zu fühlen ist unbeschreiblich. Dazu kommen die aufmunternden Worte und das Lächeln der anderen Kiter. Eine coole und authentische und unglaublich hilfsbereite Community -
Das hätte ich nie gedacht! Du bist sofort ein Teil des Ganzen und dabei ist es total egal, auf welchem Level Du Dich befindest.
Auch die unterschiedlichen Spots, diese wunderschönen Fleckchen Erde. Die Gezeiten, die Natur aus dieser anderen Perspektive zu erleben, wunderschön und wertvoll. Ein Traum!
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